GOETHE, Johann Wolfgang von, 1749-1832. Eigenhändiges Gedicht mit Abschlussklammer. „Berechtigte Männer – Strophen 8-13“. Karlsbad (C.B.) 11. IX. 1818. 1 Seite. Folio. Am unteren rechten Rand eine Beglaubigung von Ottilie von Goethe.

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Beschreibung

GOETHE, Johann Wolfgang von, 1749-1832.  Eigenhändiges Gedicht mit Abschlussklammer. „Berechtigte Männer – Strophen 8-13“. Karlsbad (C.B.) 11. IX. 1818. 1 Seite. Folio. Am unteren rechten Rand eine Beglaubigung von Ottilie von Goethe. 33, 5 x 20. Minimale Randeinrisse.

Eines der berühmten Reinschriftblätter Goethes zum „West-oestlichen Divan“. Es handelt sich um die Strophen 8 bis 13 des Gedichtes „Berechtigte Männer… Mahomet spricht“ im „Chuld Nameh. – Buch des Paradieses“, die bis 1993 als verschollen galten. „Führen zu Chiosken dich und Lauben, Säulenreich von buntem Lichtgestein, Und zum edlen Saft verklärter Trauben Laden sie mit Nippen freundlichen ein. Jüngling! mehr als Jüngling bist willkommen! Alle sind wie alle licht und klar; Hast du Eine dir ans Herz genommen; Herrin, Freundinn ist sie deiner Schaar. Doch die allertrefflichste gefällt sich Keineswegs in solchen Herrlichkeiten, Heiter, neidlos, redlich unterhält dich Von den mannigfaltgen andrer Trefflichkeiten. Eine führt dich zu der andern Schmause, Den sich jede äusserst ausersinnt. Viele Frauen hast‘ und Ruh im Hause, Werth daß man darob das Paradies gewinnt. Und so schicke dich in diesen Frieden: Denn du kannst ihn weiter nicht vertauschen; Solche Mädchen werden nicht ermüden, Solche Weine werden nicht berauschen. ———————————- Und so war das wenige zu melden Wie der Selge Musulman sich brüstet. Paradies der Männer Glaubenshelden Ist hiemit vollkommen ausgerüstet.“ Oben rechts von Goethe mit „N° 4“ bezeichnet, unten links eigenhändig datiert. Enthält in der ersten Strophe zwei und in der zweiten Strophe eine Wortkorrektur. Durch die Datierung von Goethes Hand wird die schon in der Sophien Ausgabe geäußerte Vermutung (Werke 6, 443) bestätigt, dass die Tagebuchnotiz vom 11.IX.1818 – „Fortgefahren Paradies“, sich auf dieses Gedicht bezieht. In der Österreichischen Nationalbibliothek Wien findet sich ein Reinschriftblatt mit den ersten 7 Strophen des Gedichtes, das jedoch als Druckvorlage für die Wiener Ausgabe bei Armbruster gedient haben könnte und entsprechende Fingerspuren aufweist. Dieses Schwesterblatt enthält keinerlei Spuren, die darauf hinweisen, dass es als Vorlage zum Druck benutzt wurde; zudem enthält es mehrere orthographische Abweichungen vom Erstdruck 1819. Der Herausgeber der kritischen Divan-Ausgabe von 1965 Hans Albert Maier vermutet, dass Goethe ein eigenes Reinschriftexemplar für Lesungen nutzte „Dieses Corpus muß er als sein persönliches Exemplar angesehen haben, aus ihm muß er vor der Veröffentlichung durch Druck (1819) vorgelesen haben.“. Die unten rechts eingefügte Bestätigung der Handschrift Goethes durch Ottilie deutet darauf hin, dass dieses Blatt aus dem Nachlass verschenkt wurde. Das Blatt wurde 1993 entdeckt, befand sich dann in der Sammlung Moirandat in Basel und wurde 1994 in japanischen Privatbesitz verkauft. Abgebildet und beschrieben wurde es in der 1996 von Katharina Mommsen herausgegebenen Ausgabe der eigenhändigen Niederschriften Goethes zum West-oestlichen Divan; Blatt 204 – Rs. und S. 262.

Autographen, 18.Jh., Goethe