SANTIUS DE PORTA. Opus concionatoriu(m).

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Beschreibung

SANTIUS DE PORTA.  Opus concionatoriu(m). Hagenau, H.Gran für J.Rynman, 1514-1515. 4 Teile und Anhang in 1 Band. Folio. Mit 4 (1 davon etwas verändert) wiederholten Holzschnittbordüren. Blindgeprägtes Schweinsleder der Zeit über Holzdeckeln, mit 2 (ergänzten) Messingschließen, (etwas beschabt, kleine alte Fehlstelle am hinteren Deckel, wenige Wurmlöcher).

Alle 4 Teile der Predigtsammlung, davon 1 Teil unvollständig. – VD 16, S 1647-1650; BM, German Books 712; Benzing, Hagenau 153; Proctor 11666a-d. – Widmung auf dem Titel verso mit einer in den Amerika-Bibliographien nicht aufgeführten Anwendung des Namens America. Vermutlich die erste oder zweite Verwendung des von Waldseemüller 1507 vorgeschlagenen Namens für die Neue Welt in einem literarischen Werk. Enthält folgende Teile: 1) Sermones hyemales d(e) te(m)pore. 136 num. (recte 138), 1 nn. Bl., 1 w. Bl.; 2) Sermones estivales d(e) te(m)pore. 10 nn., 141 num., 1 w. Bl.; 3) Sanctorale vel sermo(n)es d(e) s(an)ctis. 6 nn., 76 num. Bl.; 4) Mariale festa b. virg. co(n)tinens. 70 (von 113) num, 1 w. Bl.; 5) Introductiones sermonicales. 12 num. Bl. – Die meist nur in Teilbänden erschienene Ausgabe liegt hier bis auf das unvollständige „Mariale“ in allen Teilen vor. Die 12 Blatt „Introduciones….“ werden auch als eigenständiger Teil geführt und sind entweder nach dem „Mariale“ oder dem „Sanctorale“ eingebunden. – Die von dem elsässischen Humanisten Wolfgang Angst (1485-1523) herausgegebene Gesamtausgabe der Predikten des Dominikaners Santius de Porta (1350-1429) enthält im Vorwort den Hinweis auf die unlängst entdeckte Insel Amerika „…quam ad modum de America insula nuper inventa…“. Bis dahin wurde der Name America lediglich im Zusammenhang mit karthographischen oder geographischen Werken benutzt. – Die vier unterschiedlich zusammengesetzten Holzschnittbordüren zählen zu den frühesten reinen Renaissance-Titeleinfassungen in Deutschland. Sie wurden ab 1510 in der Offizin von Heinrich Gran verwendet. – Die Blätter LI-XCIII des „Mariale“ wurden herausgeschnitten. Auf Blatt XCIIII findet sich ein lateinischer handschriftlicher Vermerk (wohl um 1600), der besagt, dass die Blätter von einem nichtsnutzigen Jungen zerstört wurden. – Vor- und Nachsatz erneuert, gering fleckig, am Ende etwas stärker, das letzte Blatt mit restauriertem Einriss.

Alte Drucke, Theologie, 16.Jh., Amerika, Religion, Postinkunabel